Cannstatter Zeitung vom 20.07.2020 –

Verlust fĂŒr Bad Cannstatt

Die Netzwerkerinnen lösen sich auf

Mehr als zehn Jahre lang haben sich die Netzwerkerinnen Bad Cannstatt fĂŒr eine Belebung des Stadtbezirks eingesetzt, die Nuit Blanche, „Cannstatt tanzt“ und den Nachtflohmarkt organisiert. Jetzt löst sich der Verein auf.

Bad Cannstatt – Ohne die Netzwerkerinnen Bad Cannstatt gebe es kein „Cannstatt tanzt“, keine Nuit Blanche und kein Ibiza-Nachtflohmarkt auf dem Marktplatz. Es hĂ€tte auch keine Modenschau im Bunker oder Yoga im Park gegeben. Die Liste der AktivitĂ€ten, Beteiligungen und Ideen der engagierten Damen ist lang. Sie haben fĂŒr sichtbare Belebung gesorgt und einiges in Gang gesetzt. Doch damit ist jetzt Schluss. Der Verein löst sich auf.

Arbeit nicht mehr zu stemmen

Viel Arbeit mĂŒsse investiert werden, die die kleine aktive Truppe letztlich nicht mehr stemmen konnte, wird das Aus begrĂŒndet. Denn die Netzwerkerinnen leisten dies ehrenamtlich neben ihren Haupterwerb. „Zu wenig neue Mitgliederinnen, zu wenig helfende HĂ€nde, zu wenig Geld in der Kasse“, heißt es in einer Mitteilung. Jetzt gehe es darum, den Verein sauber aufzulösen und potenzielle Nachfolger fĂŒr die Veranstaltungen zu finden.

Autofreien Marktplatz belebt

Im Herbst 2008 fand sich eine Handvoll Frauen, darunter Andrea Sauter, Regine Lacker, Loni Reiter, Andrea Volk-Moser, Birgit Klement und Ariane Willikonsky, zusammen. Sie wollten in Bad Cannstatt etwas bewegen. Sie haben sich gleich aktiv beim Konzept fĂŒr die Nutzung des autofreien Marktplatzes eingebracht, an der Zukunftswerkstatt mitgewirkt, regelmĂ€ĂŸig beim Jour fixe im Bezirksrathaus teilgenommen.

Seit 2011 ein eingetragener Verein haben sich die Netzwerkerinnen Bad Cannstatt ganz bewusst das Motto gegeben „Wir machen es uns in Bad Cannstatt schön“. Denn der Stadtbezirk sei ĂŒberaus lebenswert. Das sollte unter die Leute gebracht werden. Den Frauen ging es aber auch um ein Partizipieren voneinander durch gegenseitigen Austausch, um das Profitieren von den einzelnen FĂ€higkeiten und gegenseitige Belebung. Dies wurde durch regelmĂ€ĂŸige Treffen, Workshops und VortrĂ€ge umgesetzt.

Viele Ideen eingebracht

Viele Ideen, um den autofreien Marktplatz zu beleben, wurden eingebracht. Einige sind neben den eigenen Veranstaltungen inzwischen umgesetzt wie LiegestĂŒhle und ein Brunnen. Um die Veranstaltungen durchzufĂŒhren, sei viel Geduld, Arbeit und Ausdauer gefragt. Eine VereinsgrĂŒndung sorgte fĂŒr Verbesserung. „Das macht vieles einfacher, vor allem, wenn es um Genehmigungen und UnterstĂŒtzung geht“, beschrieb Marina Ludwig, bis vor zwei Jahren Vorsitzende. Maximal zehn Frauen bildeten den „harten Kern“ der Netzwerkerinnen. Zu vieles verteilte sich auf zu wenige Schultern. Im vergangenen Jahr wurde bereits „Cannstatt tanzt“ abgegeben und von Sascha Wolf durchgefĂŒhrt. Jetzt wurde das Aus des Vereins beschlossen.

Erfolgreichstes Event der Netzwerkerinnen war der Nachtflohmarkt. Der Verein wĂŒnscht sich, dass dafĂŒr jemand gefunden wird. Die Ideen, die zum zehnjĂ€hrigen Bestehen noch geschmiedet wurden, wie ein Opernabend im Parkhaus oder ein Ballettabend am FontĂ€nenbrunnen bleiben Ideen. Die Frauenpower wird Bad Cannstatt fehlen.

Cannstatter Zeitung, Edgar Rehberger, 20.07.2020 – 16:49 Uhr